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Kurzbeschreibung

René Herar beschäftig sich in seiner Arbeit und auch in dieser Ausstellung „Liqid land – liquid life“ mit Wahrnehmungsprozessen.

Ausstellungsdauer: 05.10.2008 - 09.12.2008

Wahrnehmung im systemischen Sinne, in dem der Beobachter eine zentrale Rolle einnimmt: der Betrachter als Individuum mit all seiner Geschichte, mit seinen Erfahrungen, mit seinen Gefühlen und seinem Intellekt. „Das Sehen“ sagt der Kunstwissenschaftler und Psychologe Rudolf Arnheim, in seinem Werk „Kunst des Sehens“,  „ist keineswegs nur ein mechanisches Aufzeichnen von Sinneseindrücken; es erwies sich vielmehr als ein echt schöpferisches Begreifen der Wirklichkeit – fantasievoll, erfinderisch, gescheit und schön. Es stellte sich heraus, dass die Eigenschaften, die den Denker und den Künstler auszeichnen, allen geistigen Tätigkeiten innewohnen. Psychologen erkannten dann auch, dass diese Tatsache kein Zufall war. Dieselben Grundsätze gelten für all die verschiedenen geistigen Fähigkeiten, da der Geist immer als eine Ganzheit arbeitet. Alles Wahrnehmen ist auch Denken, alles Denken ist auch Intuition, alles Beobachten ist auch Erfinden.“

Wenn das Sehen ein aktiver Zugriff ist, was erfasst es dann eigentlich? All die zahllosen Elemente der Information? Oder einige von ihnen? René Herar greift in seiner Malerei auf das Phänomen des Mikronystagmus zurück, das minimale, tremorartige Bewegen des Augapfels, bei dem wie mit einer Fimkamera unzählige Aufnahmen des fokusierten Bildausschnittes gemacht werden.  Das optische Bild ist dabei ständig relativ zu den Sinneszellen in Bewegung. Was wir also sehen ist kein statisches Bild sondern sind Ereignisse, die den Umrissen der sichtbaren Welt entsprechen. Und genau diesen Zustand hält der Künstler in seinen Bildern fest. Dass ein Bild in unserer Wahrnehmung dann scharf und klar konturiert erscheint, ist eine Leistung unseres Gehirns.

Herar bietet dem Betrachtern an, seine Wahrnehmung aus einer Metaebene zu beobachten, also einen Sehzustand wahrzunehmen, der eigentlich nicht wahrnehmbar ist. Gleisend, flimmernde Bilder, Landschaften, die Traumbildern nahekommen. Nicht fassbar, nicht wirklich beschreibbar, gleichsam seelische Abbilder, Seinszustände. Spiegelungen, Symmetrien, flierrende Luft. Meist trennt ein Horizont das Land vom Wasser, den See vom Gebirge, die Straße vom umliegenden Feld. Bilder, die entstehen könnten, nach einem Traum, verschwommen, mit schemenhafter Nachtschwere, mit kaum fassbaren Lichtpunkten. Ein Versuch, festzuhalten, eine Geschichte zu erzählen, die, sobald sie formuliert werden soll, entgleitet, nur mehr in Elementen da ist: ein Bootshaus, ein Schiff, dargestellt wie in einem romantischen Abenteuerfilm. Es sind wage Beschreibungen von Gefühlen, Emotionen und Erinnerungen, die aus der Tiefe der Psyche geholt werden. Das was sich festmachen lässt, vermischt sich mit dem Alltäglichen, mit Bildern aus der Werbung, aus Zeitschriften und den digitalen Medien. „Der Betrachter soll sich durch die Bildoberfläche wahrnehmen“, sagt Herar. Er versucht, im Betrachter Emotionen zu lösen, ohne seine eigenen preiszugeben. Die Malerei ist ihm sehr wichtig, „sie ist“, meint er, „eine knetbare Masse, man kann sie total bearbeiten, verändern.“ Er arbeitet genau und exakt, verwendet tiefe Bildrahmen, die Bilder erhalten beinahe objekthaften Charakter. Wichtig ist ihm auch der Diskurs zwischen dem Bildobjekt und seinem außerbildlichen Umfeld, zwischen Bild und Wand. Der Betrachter wird damit Teil des Systems Bild-Raum-Betrachter und kann sich selbst als Beobachtenden wahrnehmen, er wird zum Betrachter zweiter Ordnung.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Donnerstag - Sonntag
11:00 - 18:00 Uhr

Bildgalerie René Herar

© René Herar, Kanal, Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDF-Platte, 49 x 85 cm, 2008

© René Herar, Kanal, Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDF-Platte, 49 x 85 cm, 2008

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© René Herar, Kanal, Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDF-Platte, 49 x 85 cm, 2008

© René Herar, Korn, Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDF-Platte, 56 x 84 cm, 2007

© René Herar, Korn, Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDF-Platte, 56 x 84 cm, 2007

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© René Herar, Korn, Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDF-Platte, 56 x 84 cm, 2007

© René Herar, Salzkammergut, Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDF-Platte, 48 x 84 cm, 2008

© René Herar, Salzkammergut, Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDF-Platte, 48 x 84 cm, 2008

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© René Herar, Salzkammergut, Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDF-Platte, 48 x 84 cm, 2008

© René Herar, Magellan (Ausschnitt), Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDf-Platte, 50 x 120 cm, 2008

© René Herar, Magellan (Ausschnitt), Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDf-Platte, 50 x 120 cm, 2008

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© René Herar, Magellan (Ausschnitt), Serie "Blurred Landscapes", Öl auf MDf-Platte, 50 x 120 cm, 2008

Besucherinformation

Öffnungszeiten:
Do - So 11:00 - 18:00 Uhr, Mo - Mi geschlossen.
Auch an Feiertagen (Do - So) für Sie geöffnet!

Eintritt frei
 

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3500 Krems a. d. Donau

E-Mail: office@artothek.at
Tel: +43 (02732) 908022
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