Gutruf, Gerhard
Apparizione
,1969/70,
Öl/Leinwand,
73 x
110 cm
Apparizione ist während Gutrufs Studium an der Akademie der bildenden Künste entstanden. Es gemahnt in seinen mechanischen Charakterzügen an die frühen Maschinenbilder seines Professors Josef Mikl. Verglichen damit verstärkt Gutruf jedoch durch die natürliche Farbgebung den Landschaftscharakter. Das Bild ist in zwei farblich nuancierte Landschaften unterteilt, die durch die kleinteilig gestalteten Zonen in den Hintergrund hineinführen und die Bildteile verbinden. Nicht die strikte Trennung sondern vielmehr die räumlichen Dispositionen und Dimensionen stehen hier im Vordergrund. Die Luftperspektive suggeriert ebenfalls einen Ausblick auf eine, einem Fleckerlteppich gleichende Landschaft. (S.S.)

Gutruf, Gerhard
Stilleben mit blauer Schachtel
,1997,
Öl/Hartfaserplatte,
78 x
105 cm
Gutruf verbindet das illusionistische Bildgeschehen mit meist einfachen Sachinhalten, Vasen, Schachteln und Tischen, so daß sich die beherrschte Stille der abstrakten Konstruktion im stillen Wesen eines vorgestellten Objektes wieder findet. Gutrufs Liebe für Vermeer deutet auf seine Sehnsucht, in der Malerei nicht nur ein Ideal, sondern auch ein Geheimnis zu finden, das sich sowohl in der komplexen Verteilung der Elemente auf der Fläche wie im vorgestellten Sachinhalt verbirgt, der oft nichts anderes ist als ein Kubus mit Schatten. Die Staffelung des Raumes, von der unmittelbaren Existenz einer abstrakten Form bis zur Erzeugung eines illusionistischen Realitätsbereiches, ist besonders erfolgreich in Gutrufs jüngsten Rahmenbildern, in denen das Auge sukzessive von der Subtilität einer malerisch behandelten Umrahmungsfläche in einen inneren Vorstellungsraum eingeführt wird, oft in das Dunkel einer geöffneten Schachtel ( ). (Paul Rotterdam)
