Schwarzinger, Franz
O. T.
,1994,
Grafik,
80 x
60 cm
"Die Verletzungsmetaphorik, die früher seine Arbeiten kennzeichnete, fehlt, obwohl ihre Ingredienzien durchaus vorhanden wären und auch jene Kraft der Kolossalität, die auf Zusammenstoß drängt. Trotz der gewählten Technik ( ) sind Schwarzingers Kohlezeichnungen merkwürdig unsentimental, uninteressiert am Pathos des Leidens oder der Verletzung, der Beschädigung, des Erduldens von formulierender Kraft. Die Gesichter, Menschen, und ihr manchmal florales, jedenfalls biologisch determiniertes Gegenüber scheinen den Schmerz schon hinter sich oder möglicherweise auch gar nichts von ihm erfahren zu haben. Sie sind in einem künstlichen Zustand der Ruhe nicht im Sinn von Gelassenheit, auch nicht im Sinn von Gelöstheit, sondern einer gespannten Erwartung: offensichtlich auf das Gegenüber des Betrachters, den großen, runden, Picasso-geschulten Augen zu fixieren scheinen, möglicherweise auch auf eine andere Dimension außerhalb des Bildes, die nur zufällig in der Betrachterrichtung vermutet wird und ohne weiters auch durch ihn hindurch sehend in einem imaginären Visavis sich befindet." (Prof. Dr. Manfred Wagner)